Die Geschichte des Vereins!!

 

 

1.7.1909 wird der FC Preussen 09 Eberswalde gegründet erste Spielstätte ist der Sportplatz an der Kaiser-Friedrich-Straße (heute Breitscheidstr.) Man spielt in der Kreisliga, einer Liga die von der Uckermark bis Berlin reicht. Im 1.Weltkrieg wird der Sportplatz vom Militär beschlagnahmt und zum Exerzierplatz. Der Fußballbetrieb wird eingestellt. Die Spieler die aus dem Weltkrieg zurückkehren, nehmen 1919 den Spielbetrieb wieder auf und der Verein betreibt weitere Sportarten. So ist er jetzt unter SV Preussen von 1909 im Vereinsregister geführt. Die Fußballer spielen in den Zwanziger Jahren Stadtderbies gegen den FC Britania 1913 vor über 2000 Zuschauern. Steigen 1920 in die 1.Kreisklasse und 1922 wieder in die Kreisliga auf. 1927 bauen die Preussen einen eigenen Platz hinter der Wilhelmsbrücke (heute Leibnitz Viertel). Die "Adler" (Preussen) steigen 1928 aus der Kreisliga ab, haben dafür aber wieder Derbies gegen die "Eber" (Britania) die erstmals von über 3500 Zuschauern im neuen Städtischen Stadion besucht werden. Nach 1933 werden die Ligen neu strukturiert, Preussen09 spielt in der Kreisliga Finowtal (reichte von Oranienburg bis Angermünde und Zehden -heute Cedynia), der zweithöchsten Spielklasse. Die Nationalsozialisten 'schalten' den Verein 'gleich'. Durch die Auflösung der vorher seperat spielenden Arbeitersportvereine, bekommen die vorher 'bürgerlichen' Preussen einigen Zugang. Mit dem Kriegsausbruch wird der Spielbetrieb zunächst stark behindert und kommt durch die zahlreichen Einberufungen und die Reisebeschränkungen bis 1942 ganz zum Erliegen. Nach dem Kriegsende ist der Preussenplatz verwüstet und wird nie wieder als Sportstätte genutzt. Die aus dem Krieg heimgekehrten Spieler gründen 1946 die ZSG Eberswalde Nord -der Name Preussen galt als reaktionär-, die ein Jahr später in ZSG Eintracht Eberswalde umbenannt wird. Man spielt in der Landesliga Brandenburg, die das gesamte Land umfasst. 1949 stieg man in die Landesklasse ab. Bekam nach Gründung der DDR den VEB Ardelt-Werke als 'Trägerbetrieb' zugewiesen, der kurz darauf in VEB Kranbau umfirmierte. Der Verein zog nun endgültig nach Westend um und baute gegenüber dem Kranbau sein Stadion. Dort spielt man als BSG Stahl Eberswalde. 1952 werden in der DDR die Länder aufgelöst und Bezirke gegründet. Die BSG bekommt 1952 vom Trägerbetrieb den Namen BSG Motor Eberswalde und spielte in der Bezirksliga Frankfurt/Oder (Gebiet von Schwedt bis Stalinstadt -heute Eisenhüttenstadt, zwischen Berlin und der Oder). 1955 wurde man erstmals Bezirksmeister und wiederholte dies auch 1956, scheiterte aber jeweils in der Aufstiegsrunde. Erst durch die Einrichtung der 2.DDR-Liga (Dritthöchste Spielklasse) stieg man 1957 als Bezirksmeister direkt auf. Stieg 1959 wieder in die Bezirksliga ab. 1960 kehrte man als Bezirksmeister wieder in die 2.DDR-Liga zurück und beendete die Saison 62/63 in einer von 5 Staffeln auf Platz 2. Danach wurde diese Spielklasse aufgelöst und Motor wieder in die Bezirksliga eingegliedert. Dort gelangen vier weitere Bezirkameistertitel ohne die Aufsteigsrunde zu meistern. Ende der 60er Jahre bekam man Konkurrenz in der unmittelbaren Nachbarschaft, da das Walzwerk Finow seine BSG Stahl zum starken Lokalrivalen entwickelte. Die Siebziger sind dann auch von den Derbies gegen Stahl Finow geprägt, die nach der unpopulären Vereinigung der Städte tausende Zuschauer anziehen und zu den Spitzenspielen der Bezirksliga Frankfurt/O zählen. 1972 gelingt dann erstmals der Aufsteig in die DDR-Liga (zweithöchste Spielklasse), nach Klassenerhalt in der ersten Saison steigt man 1974 wieder ab. Meldet sich aber ein Jahr später als Bezirksmeister und Aufsteiger zurück und trifft nun in der DDR-Liga vor 5000 Zuschauern auf Stahl Finow und Union Berlin. Nach drei erfolgreichen Jahren steigt man 1979 mit nur 8 Punkten in der Saison als Letzter der Staffel wieder ab. Ist ein Jahr später mit nur einer Saisonniederlage als überlegener Bezirksmeister wieder da. In den Achtziger Jahren kann nicht mehr an die Erfolge angeknüpft werden. Die Klasse in der DDR-Liga kann erneut nicht gehalten werden und in der nun in zwei Staffeln gespielten Bezirksliga verliert man als Staffelsieger das Aufstiegsspiel gegen Halbleiterwerk Frankfurt. Erst ein Jahr später kann man letztmalig in die Zweitklassigkeit aufsteigen, durch die Umstrukturierung in nur noch zwei Staffeln ist der Klassenerhalt für den Neuling eine Nummer zu groß. Bis 1990 bleibt man in der Bezirksliga, die man 1985, 1986 und 1989 gewinnt, ohne die Qualifikation zum Aufsteig zu schaffen. Durch die neuen Strukturen des NOFV steigt man 1990 in die neue NOFV Liga Nord auf, die Bezirke der drei Länder Brandenburg, (Ost-)Berlin und Mecklenburg/Vorpommern umfasste. Wirtschaftlich ist mit der Wende die großzügige Unterstützung durch den Trägerbetrieb VEB Kranbau vorbei und man stellt sich schnell auf neue Formen der Vereinsführung um, der nun als SV Motor Eberswalde gebildet wird. Die DDR-Liga (1990 NOFV-Liga Nord) wird als NOFV Oberliga Staffel Nord zu einer zunächst dritthöchsten Spielklasse im DFB. Diese kann zwei Jahre erhalten werden, dann muss man in die Verbandsliga Brandenburg absteigen, kehrt jedoch nach einem Jahr als Landesmeister in die Oberliga zurück. Dabei hatte man als ehemalige BSG aus der Sportveinigung Motor die Wende weit besser überstanden als zahlreiche andere, vormals erstklassige (DDR-Oberliga) Vereine, von denen nun einige im Westendstadion gastierten und anders als bei Pokalauftritten zu DDR-Zeiten, auch schonmal das Feld als Verlierer verlassen mussten. Seit 1996 machten sich die Fußballer des SV Motor, wie auch andere Mannschaftssportarten 'selbstständig' und gründeten die Abteilung als 'Fußballverein Motor' aus. Es folgte die sportlich beste Zeit des Vereins , auch wenn man sich zu DDR Zeiten einge Zeit "Zweitligist" nennen durfte, so wurde die damals Drittklassige NOFV-Oberliga in einem weit größeren Ligagebiet ausgespielt, als die kleinen DDR-Liga Staffeln und war durch die Teilnahme der West-Berliner Teams und einiger 'abgestürtzter' Traditionsvereine wesentlich attraktiver. Für Motor besonders war, nach dem Niedergang des - im letzte DDR Jahr sogar mal erstklassigen - Handballvereins, der einzige sportliche Repräsentant der Stadt, der über die Landesgrenzen hinaus kam. Dadurch war man auch der einzige positive Repräsentant der Stadt, die gerade in diesem Zeitraum sonst überall nur durch Negativschlagzeilen bekannt geworden war. Anders kam dies seltsamerweise direkt vor Ort an. Denn nach der Wende stand Stahl Finow nicht mehr als Derbygegner bereit und spielte stehts eine Klasse tiefer. Dadurch war Motor sportlich in der weiteren Umbgebung die letzte höherklassige Mannschaft, was ihr jedoch vor allem von anderen Vereinen den Ruf der "Arroganz" einbrachte. Das Westendstadion, vorher eher ein funktionaler Sportplatz wurde in diesem Zeitraum mit einigen markannte Ausbauten deutlich aufgewertet und bekam erst einen richtigen Stadioncharakter.
In diese Zeit fällt auch eine sehr erfolgreiche Jugendarbeit, die sich in mehreren Landesmeistertiteln und Regionalligateilnahme ausdrückte, wobei man sogar mehrmals Sportschulstandorte hinter sich lies.
Die lange Krise des Vereins, die dann den Zeitraum von 2002 bis 2011 prägte, begann mit der Insolvenz zweier großer Sponsoren um die Jahrtausendwende. Nachdem diese noch einige Zeit "ausgesessen" werden konnte, trugen die immer größeren Schwierigkeiten langfristig auch zum Oberliga-Abstieg im Jahr 2007 bei. Zu diesem Zeitpunkt hatte man schon 13 Jahre ununterbrochen dieser Spielklasse angehört, länger als jeder andere Verein. Die "Brandenburgliga" wie die Verbandsliga ab 2007 genannt wurde, schloss man in den Folgejahren auf guten Plätzen ab, blieb aber von einem Wiederaufstieg immer weit entfernt. Auch im Nachwuchs brach nach und nach viel zusammen, so das die einstmals im Land sehr geachtete "Talentschmiede" vor allem im Großfeldbereich gerade noch Mittelmass darstellte, das zum gleichwertigen Ergänzen der ersten Mannschaft immer weniger beitragen konnte. Im Mai 2010 versuchte der Vereinsvorstand den Verein mit dem FSV Bernau zu vereinigen. Dies hätte das vollständige Ende des Vereins bedeutet, denn sämtliche Männermannschaften sollten in Bernau spielen. Man war geneigt in Eberswalde eine Kindereinsammelstation für das Kunstprodukt "FC Barnim" zurückzulassen. Obwohl man nach einschüchternden Rücktrittsandrohungen eine Mehrheit für Fusionsverhandlungen erreichen konnte, scheiterte das Vorhaben am Unwillen im Verein. Der SV Freya Marienwerder wurde 1924 im 15km westlich von Eberswalde gelegenen gleichnamigen Dorf gegründet. Der Verein hieß zu DDR-Zeiten Aufbau Marienwerder, kehrte 1990 zum Traditionsnamen zurück. Sportlich fiel man bis 2001 nicht weiter auf. Danach erfolgte jedoch ein rasanter Aufstieg von der Kreisklasse bis in die Landesliga. Dies konnte vor allem durch zahlreiche, über Umwege und direkt von Motor Eberswalde aufs Dorf gewechselte Spieler erreicht werden. Überraschend sorgte 2010 ein Krach zwischen Dorfpolitikern um Geld und Eitelkeiten dazu das die, als extra Verein ausgegründete Fußballabteilung, die nur noch aus der ersten Mannschaft bestand, den Ort verlies und nach Eberswalde zog. Während in Marienwerder aus dem Stammverein wieder eine neue Fußballabteilung aufgebaut wurde, bot der abgewanderte FC Freya dem FV Motor Fusionsverhandlungen an. Diese waren reine Formsache, denn auch der Motor Vorstand musste nach dem katastrophalen Ausgang des Bernau Projekts einen Akt der Gesichtswahrung vorweisen. Immerhin griff man beim Vereinsnamen auf alte Eberswalder Fußballtradition zurück und ermöglichte so das der höherklassige Fußball in Eberswalde wieder unter seinem ältesten Traditionsnamen spielen kann.

 

Autor: Martin Pirch